InnovationCity wird die "Stadt der Zukunft" sein
Essen steht nach dem Erreichen des Finales im Wettbewerb „InnovationCity Ruhr“ nun in der „heißen Schlussphase“. Nachdem bereits elf Städte ausgeschieden sind, hoffen jetzt mit der Ruhrmetropole noch Bochum, Bottrop, Mülheim und Gelsenkirchen / Herten auf den Zuschlag des Initiativkreises Ruhr, der den Wettbewerb im März auf Zollverein ausgerufen hatte.
Eine Pilotregion, eine Art „Musterstadt Ruhr“, will der Initiativkreis finden und in ihr den Einsatz innovativer Technologien und Konzepte vorantreiben mit dem Ziel, bis 2020 die Treibhausgasemmissionen um 50 Prozent zu verringern. Ein anspruchsvoller Wert, der unweigerlich an das Willy-Brandt-Wort erinnert, der Himmel über der Ruhr müsse wieder blau werden. Nur geht es dieses Mal nicht um das - längst erreichte - Himmelsblau, sondern um den Klimaschutz.

„Wir sehen darin eine große Chance für Essen, nicht mehr oder weniger als die Stadt der Zukunft“, betont AllbauVorstand Dirk Miklikowski. Entsprechend engagiert ist der Allbau am Projekt „InnovationCity“ beteiligt und entsendet Vorstandsassistent und Projektentwickler Stefan Messink in das Projektteam, dem auch Vertreter der Stadt Essen, der Stadtwerke, EVAG, EWG und weiterer Stadttöchter angehören.
Wissenschaftliche Schützenhilfe liefert die Universität Duisburg-Essen, zu einzelnen Teilprojekten werden weitere namhafte Essener Unternehmen heran gezogen.

Mit ihrem Pilotgebiet Altendorf, Frohnhausen, Westviertel- und Nordviertel haben es die Essener nun also bis ins Finale geschafft. „Unsere“ InnovationCity sollte nach den Vorgaben des Initiativkreises Ruhr zwischen 30.000 und 70.000 Einwohner haben und beispielsweise ein Verhältnis „Arbeitsplätze zu Einwohner“ von eins zu sieben aufweisen. Der Anteil von Arbeitsplätzen im sekundären Sektor (verarbeitendes Gewerbe wie Industrie und Handwerk) sollte mindestens bei zehn Prozent liegen. Passende Voraussetzung fand das Essener Projektteam in den genannten Stadtteilen, die als Wohnstandorte mit guten Entwicklungschancen gelten. Univiertel, Krupp-Gürtel, Energie-Quartier sowie der geplante Niederfeldsee sind „Leuchttürme“, von denen sich die Planer Initialzündungen versprechen.
Konzerne und Großunternehmen, Mittelständler und Handwerksbetriebe, Wohnungsbaugesellschaften, private Eigentümer und die Bevölkerung aus „Essens Stadt der Zukunft“ sollen alle an einem Strang ziehen.
2,5 Mrd. Euro sollen laut Initiativkreis Ruhr in den nächsten zehn Jahren in der „Musterstadt“ aktiviert werden, eine gigantische Summe, die sich aus den Investitionen von Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, privaten Hausbesitzern und Bürgern im Pilotgebiet ergibt. Zehn Prozent dieses Betrages seien laut Initiativkreis aus öffentlichen Fördertöpfen als zusätzliche Anschubfinanzierung zu erwarten.

Doch den Ideengebern der „InnovationCity“ geht es keinesfalls „nur“ um technische Innovationen wie die Dämmung von Hausfassaden, neue Heizungen oder Energie sparende Produktionsformen, um das Klima zu schützen.
Das Entscheidende bei der Essener Bewerbung ist, dass sich die Bürger mit Ideen, Projekten und Engagement einbringen und nicht einfach die Planer „machen lassen“.
Denn die „Stadt der Zukunft“ kommt direkt den Bürgern, beispielsweise über eine Verbesserung der Luftqualität und des Wohnumfeldes mit mehr Grün und Erholungsflächen sowie weniger Lärm zugute.
So sind auch die Menschen gefragt, indem sie ihr Verhalten auf die neuen Angebote abstimmen, also etwa verstärkt die neuen Radwegetrassen oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen.
Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß sieht in dem Wettbewerb InnovationCity Ruhr „eine herausragende Chance für die Metropole Ruhr im Allgemeinen und für Essen im Besonderen“.
Der OB: „Unsere Stadt ist die Energiemetropole – viele Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen leisten ihren Beitrag dazu. Der Wettbewerb wird hier als Katalysator und Verstärker von Entwicklungen wirken, die wir zurzeit anstoßen oder bereits begonnen haben. So haben die Stadt Essen und ihre Gesellschaften den Umweltschutz in ihrer Strategie nicht nur prioritär verankert, sie handeln auch danach. Man denke nur an die Kampagne „Klimahelden“ der Essener Verkehrs-AG und die „Klimainitiative Essen“, die das Ziel einer neuen Klimakultur unterstützen.“

Während die im Modellgebiet ansässigen großen Wohnungsunternehmen – z. B. Allbau, Deutsche Annington, Immeo-Wohnen, GewoBau oder THS – bereits systematische Sanierungsstrategien für ihre Objekte erarbeitet haben, die im Hinblick auf die Ziele der InnovationCity qualitativ noch einmal verbessert werden sollen, gilt es im Hinblick auf die privaten Hausbesitzer besondere Strategien zu entwickeln. Die spezifischen Ausgangsbedingungen der Einzelquartiere im Modellgebiet erfordern eine systematische, intensive Ansprache der privaten Hausbesitzer auf Grundlage von Gebäudetypologien und der Auswertung der technischen Anlagenqualität.

Im Rahmen des Essener Konsens ist vorgesehen, mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen den Stadtumbau zu unterstützen. Dazu zählt die Initi-
ierung von Baugenossenschaften im Bestand und im Bereich Neuprojektierung. Stichworte für beglei-
tende Aktivitäten sind z. B. die Programme zum Austausch von Nachtstromspeicherheizungen und zur Erneuerung der Heizungskessel und -pumpen. Wichtige Partner bei der Umsetzung des Energie-
effizienzprogramms sind die Wohnungsunterneh-
men im Modellgebiet als Trendsetter, Haus + Grund Essen als Multiplikator zu den privaten Hausbesitzern, der Verband Wohneigentum als Multiplikator zu den Siedlungen sowie das Handwerk und auch die Energieversorgungs-
unternehmen mit aktuellen energieeffizienten Technologien und Dienstleistungsangeboten.
Nun muss es also nur noch klappen mit der Bewerbung. Im November 2010 fällt der Initiativkreis Ruhr seine Entscheidung.
Weitere Informationen auch unter: http://www.essen.de/Deutsch/Aktuell/InnovationCity/InnovationCity_Essen.asp

