07.07.2010
Allbau übernimmt Mandat in Gladbeck

Der Allbau, Essens größter Wohnungsanbieter, wird mittelbar von der Stadt Gladbeck beauftragt, die unternehmerische Leitung und Steuerung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Gladbeck (GWG) im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsmandates zu übernehmen. Nach Durchführung eines Bieterverfahrens hat der Haupt- und Finanzausschuss des Rates der Stadt Gladbeck in seiner Sitzung am 05.07.2010 diesen einstimmigen Empfehlungsbeschluss an die Gesellschafterversammlung der GWG gefasst. Die GWG bewirtschaftet zurzeit rund 2.000 Wohnungen mit 10 MitarbeiterInnen. Die Übernahme operativer Tätigkeiten ist zunächst nicht vorgesehen. Die GWG und ihre Organe bleiben dabei vollständig erhalten. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben damit weiterhin die Möglichkeit, die Geschäftspolitik vor Ort in Gladbeck weiter mitzubestimmen und an den lokalen und städtischen Interessen auszurichten.
Die derzeitige Ausgangssituation mit einer Vielzahl zu lösender Aufgaben bei der Gesellschaft und zur Bewältigung der stetig steigenden Marktherausforderungen braucht die GWG nach Ansicht der Gesellschafter ein modernes Geschäftsmodell sowie erprobte Instrumente, um die ihr zufallenden wichtigen Aufgaben in Gladbeck erfüllen zu können. Sicherzustellen sei dabei der unverändert sozial verantwortungsvolle Umgang mit Mitarbeitern und Mietern sowie ein umfassendes Verständnis für die Einbindung eines kommunalen Unternehmens in gesamtstädtische Entwicklungsaufgaben. "Ziel der Gesellschafter der GWG ist es, über einen leistungsstarken Partner hohe Innovationen und ausgeprägtes unternehmerisches und betriebswirtschaftliches Know How in die GWG zu transportieren. Diesen Partner haben wir mit Allbau gefunden. Die Nutzung von Ressourcen, Kompetenzen und Know How einer großen, kommunalen Wohnungsbaugesellschaft wie des Allbau bietet die Chance, mit vergleichsweise geringem Aufwand und innerhalb kurzer Zeit das Unternehmen neu, modern und chancen- sowie risikoorientiert aufzustellen und auszurichten," so Ulrich Roland, Bürgermeister der Stadt Gladbeck.
"Ich freue mich außerordentlich über die Entscheidung des zuständigen Ausschusses des Rates der Stadt Gladbeck, die Geschäftsbesorgung auf den Allbau zu übertragen", so Dirk Miklikowski (46), Vorstand des Allbau und zukünftiger Geschäftsführer der GWG. Der Wohnungswirtschaftler weiter: "Wir arbeiten beim Allbau in einem nachhaltigen Geschäftsmodell, orientiert an ökonomischer, ökologischer und sozial gesellschaftlicher Verantwortung und haben uns in den zurückliegenden Jahrzehnten hohe Professionalität und unternehmerische Kompetenz in der kommunalen Immobilienwirtschaft erarbeiten können. Dies in ein kleineres, über die Region bereits verbundenes, Wohnungsunternehmen transportieren zu können, macht sehr viel Sinn und stützt sehr eindeutig den Gedanken interkommunaler Kooperationen – wie wir das schon im Rahmen von WIR, Verbund der neun großen kommunalnahen Wohnungsunternehmen im Ruhrgebiet praktizieren. Dass Unternehmen in der Metropole Ruhr voneinander lernen und profitieren, ist also kein neuer Gedanke. Dass dies kommunale Wohnungsgesellschaften nun praktisch in dieser Form umsetzen, ist bisher einmalig."
Auch Reinhard Paß, Oberbürgermeister der Stadt Essen, begrüßt die Zusammenarbeit von GWG und Allbau: "Wir sind außerordentlich glücklich, mit dem Allbau ein sehr leistungsstarkes und verantwortungsvoll handelndes Wohnungsunternehmen in Essen zu haben, das uns intensiv bei der Bewältigung wohnungswirtschaftlicher und stadtentwicklungspolitischer Aufgaben unterstützt. Das sehr gut aufgestellte Unternehmen hat eine marktführende Rolle in Essen eingenommen und dabei die Interessen seiner kommunalen "Familie" umfassend in sein unternehmerisches Handeln integriert. Ich denke, dass die Kollegen in Gladbeck mit der Neuorientierung ihrer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft im Rahmen einer Geschäftsbesorgung eine sehr weise und innovative Entscheidung getroffen haben. Ich bin davon überzeugt, dass die Kooperation mit "unserem" Allbau sehr erfolgreich sein wird und Beispiel sein kann für weitere, interkommunale Partnerschaften in der Metropole Ruhr."
Für die Allbau AG ist dieser Auftrag ein wichtiger Meilenstein bei der Realisierung ihrer Unternehmensstrategie 2015, die Dirk Miklikowski im Jahre 2009 vorstellte. Ein dort formulierter Baustein war die Ausweitung des Betreuungsgeschäftes sowie die Schaffung von Stadtgrenzen übergreifenden Kooperationen in der Metropole Ruhr. Aber nicht nur das: unter anderem plant sein Unternehmen in den nächsten Jahren ca. 700 Wohnungen neu zu bauen, ca. 1.000 nicht mehr nachfragegerechte Wohnungen zurückzubauen, bis zu 1.000 Wohnungen zuzukaufen und nachfrageschwache Immobilien zu veräußern. Bei allen Punkten ist nach Aussage seines Vorstandes Essens größter Wohnungsanbieter auf einem sehr guten Weg.
