Die Herausforderungen im Wohnungsbau sind vielfältig: steigende Baukosten, hohe Anforderungen an Klimaschutz und Energieeffizienz sowie der wachsende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum sind nur einige davon. Dafür sind langfristige Investitionen, innovative Baukonzepte und eine konsequent nachhaltige Quartiersentwicklung notwendig. Die öffentliche Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt diese Bemühungen unter anderem durch die Förderung von bezahlbarem Mietwohnungsbau, Modernisierungen, Barriereabbau und energieeffizienten Maßnahmen.
Vom 26. bis 28. August 2026 schaffte das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen und die Wohnungswirtschaft mit den „WohneNRW-Tage“ auch in diesem Jahr wieder ein Forum, um aufzuzeigen, wie in der heutigen Zeit moderner, nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Aus diesem Grund besuchten Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter und Oberbürgermeister Thomas Kufen das Stadtteilentwicklungsprojekt „Im Mühlengarten“. Denn die bei diesem Neubauprojekt der Allbau GmbH mit öffentlichen Mitteln geplanten zwei Mehrfamilienhäuser (mit 44 Wohnungen) und die 21 Einfamilienhäuser (eines davon wird frei finanziert gebaut) sind ein wichtiger Eckpfeiler des kleinen, aber feinen Stadtteilentwicklungsprojektes, das auch den Bau einer Kita und später den Bau von frei finanzierten Einfamilienhäusern beinhaltet. Weiterer Grund für die Förderung dieses Standortes am Fuße des Welterbes Zollverein war die Tatsache, dass gerade im Essener Norden attraktiver und preiswerter Wohnraum besonders gebraucht wird.
Das Investitionsvolumen für die Allbau GmbH beläuft sich für das gesamte Bauvorhaben in Stoppenberg auf rund 25,3 Millionen Euro. Die Mehrfamilienhäuser werden mit Mitteln der öffentlichen Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von rund 7,9 Millionen Euro gefördert. Außerdem wurden hier noch BEG-Mittel in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro zugesagt. 20 von den insgesamt 21 Einfamilienhäuser werden ebenfalls mit Mitteln der öffentlichen Wohnraumförderung in Höhe von 6,4 Millionen Euro gefördert.
„Wo früher Kohle war, entsteht heute Wohnraum für die Zukunft: Mit dem Bauprojekt ‚Im Mühlengarten‘ zeigt die Allbau GmbH, wie moderner öffentlich geförderter Wohnungsbau aussieht. Bezahlbare Wohnungen für unterschiedliche Lebensphasen, Raum für Familien und eine energieeffiziente Bauweise verbinden sich zu einem Quartier mit Perspektive. Genau das ist die Stärke des öffentlich geförderten Wohnungsbaus: Er schafft Wohnraum, der heute gebraucht wird und auch morgen noch passt. Gefördert wird das gesamte Bauvorhaben mit 44 öffentlich geförderten Wohnungen und 20 öffentlich geförderten Einfamilienhäusern mit rund 14,3 Millionen Euro aus der öffentlichen Wohnraumförderung“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.
„Besonders kommunale und öffentliche Wohnungsunternehmen investieren über Neubau- und Modernisierungsprojekte langfristig in ihre Städte und Gemeinden, schaffen Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen und tragen mit ihren Quartiersentwicklungen dazu bei, Lebensqualität, soziale Teilhabe und Klimaschutz miteinander zu verbinden,“ so Alexander Rychter.
„Schon immer übernahmen wir als Allbau GmbH Verantwortung für bezahlbares, zukunftsfähiges Wohnen. Mit einem klaren kommunalen Auftrag entwickeln wir nicht nur neue Wohnungen, sondern gestalten lebenswerte Quartiere, in denen Menschen aller Generationen ein Zuhause finden. Hier „Im Mühlengarten“ bauen wir nicht nur ein neues Quartier, sondern schaffen bezahlbaren, klimafreundlichen und lebenswerten Wohnraum für alle Generationen und verbinden ökologische sowie soziale Verantwortung miteinander,“ so Allbau-Geschäftsführer Martin Harter.
Symbolisch pflanzten Ina Scharrenbach, Alexander Rychter und Martin Harter eine Edelkastanie. Mit ihrer ausladenden Krone und den großen Blättern ist sie ein wirkungsvoller Schattenspender. Künftig soll der Baum einen Teil des Spielplatzes beschatten und damit dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität für Kinder und Familien auch an heißen Sommertagen zu verbessern. Die Kastanie gilt zudem als Zukunftsbaum, der mit Trockenheit vergleichsweise gut zurechtkommt und damit für die Herausforderungen des Klimawandels gut geeignet ist. Neben der Verschattung trägt sie durch ihre Verdunstungsleistung zur Abkühlung der Umgebung bei, bindet CO₂ und Staub und bietet Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insekten.
Im Mühlengarten – ein kleines, aber feines Stadtteilentwicklungsprojekt
Unmittelbar angrenzend an das bischöfliche „Schulzentrum Am Stoppenberg“ realisiert die Allbau GmbH seit Oktober 2023 das Neubauprojekt. Nach Entwürfen des Architekturbüros Goldstein+Tratnik entstehen dort zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils zwei Hauseingängen und insgesamt 44 Wohnungen. Das Wohnungsangebot umfasst 28 Zwei-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 54 und 62 Quadratmetern, vier Drei-Zimmer-Wohnungen mit jeweils rund 81 Quadratmetern sowie zwölf Vier-Zimmer-Wohnungen mit etwa 96 Quadratmetern, verteilt auf vier Geschosse.
Für alle Wohnungen ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. Die Kaltmiete beträgt – abhängig von der Einkommensklasse – für 34 Wohnungen 6,40 Euro pro Quadratmeter, für zehn weitere Wohnungen 7,20 Euro pro Quadratmeter. Beide Gebäude sind vollständig unterkellert und werden in den oberen Geschossen zu den Giebelseiten hin gestaffelt ausgeführt. Auf der rückwärtigen Seite befinden sich auf Ebene der Untergeschosse teilweise überdachte Stellplätze. Sämtliche Wohnungen sind sowohl über barrierefreie Zuwegungen im Außenbereich als auch über Aufzüge innerhalb der Gebäude barrierefrei erreichbar.
Ergänzt wird das Projekt durch den Bau von 20 öffentlich geförderten sowie einem freifinanzierten Einfamilienhaus nach Plänen des Allbau-Architekten Tim Scholemann. Die Häuser mit Wohnflächen zwischen 100 und 114 Quadratmetern werden ebenfalls durch die Allbau GmbH vermietet. Die Mieten liegen – je nach Einkommenshöhe – bei 6,72 Euro beziehungsweise 7,65 Euro pro Quadratmeter. Auch hier ist ein Wohnberechtigungsschein Voraussetzung. Alle Mehr- und Einfamilienhäuser werden an das Fernwärmenetz angeschlossen und im Effizienzhaus-55-Standard errichtet.
Ende Januar 2026 erfolgte die Übergabe des ersten Mehrfamilienhauses mit 22 Wohnungen. Die Fertigstellung der ersten zwölf Miet-Einfamilienhäuser wurde bis zur Jahresmitte realisiert, die restlichen neun Häuser sollen bis zum Jahresende übergeben werden. Im zweiten Mehrfamilienhaus mit weiteren 22 Wohnungen, das ebenfalls noch in diesem Jahr fertiggestellt wird, sowie in allen Einfamilienhäusern laufen derzeit die Ausbauarbeiten.
Vor gut einem Jahr fiel im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprojektes am Fuße des Welterbes Zollverein zudem der Startschuss für den Neubau der katholischen Kindertagesstätte St. Anno in Essen-Stoppenberg. Hier sind vor ein paar Tagen ca. 75 Kinder eingezogen. Mieter des modernen Kita-Gebäudes ist der Zweckverband Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen (KiTa Zweckverband).




