Vor rund drei Monaten hat die Allbau GmbH, Essens größter Wohnungsanbieter, mit dem 1. Bauabschnitt für ein Neubauprojekt in Leithe begonnen. Die Allbau GmbH hatte im Dezember 2022 die Grundstücke, auf denen auf einer Fläche von rund 12.800 qm 18 zwei-geschossige Doppelhäuser (Baujahr: 1934) und ein zwei-geschossiges Mehrfamilienhaus (ehemalige Kita) standen, von der Stadt Essen gekauft. Diese Gebäude, die bis 1994 zur Unterbringung wohnungsloser Personen genutzt und anschließend in Mietwohnungen umgewandelt wurden, sind nun bis auf eine Mietpartei leergezogen und größtenteils niedergelegt, so dass man sich entschied, mit dem 1. Bauabschnitt für das kleine, aber feine Stadtteilentwicklungsprojekt zu beginnen.
Dabei werden zwei Mehrfamilienhäuser mit 14 Zwei-Raum- (je 51-54 qm Wohnfläche), 6 Drei-Raum- (je 77-79 qm Wohnfläche) und 8 Vier-Raum-Wohnungen (je 97-100 qm Wohnfläche) sowie 34 oberirdische PKW-Stellplätze errichtet. Alle Mietwohnungen sind nur mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) zu mieten. Von daher liegen die Mieten bei 7,85 Euro/qm für die Einkommensgruppe A und bei 9,07 Euro/qm für die Einkommensgruppe B. Die Vermarktung der Wohnungen beginnt im 4. Quartal 2027 unter allbau.de; der vorläufige Einzugstermin liegt im Sommer 2028.
Die Allbau GmbH wird rund um die Litterode in das Quartier „Leither Bogen“ ca. 26 Mio. Euro investieren. Generell fügen sich alle geplanten Gebäude durch ihre Gestaltung und das bauliche Maß (mit klassischen Satteldächern) gut in die Umgebung ein. Attraktive Spiel- und Grünflächen, teilweise individuelle Mietergärten, die Beheizung durch Luft-Wasser-Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen sind ebenso für alle Realisierungabschnitte kennzeichnend.
Zur Planung für den Neubau von vier weiteren Mehrfamilienhäusern mit jeweils 11 öffentlich geförderten Mietwohnungen im 2. Bauabschnitt an der Litterode wurde in diesem Monat auch bereits die Genehmigungsplanung abgeschlossen. Eine Besonderheit dieser Gebäude ist die auf einem massiven Untergeschoss geplante Ausführung in Holzbauweise. Mit dem Bau eines ersten Gebäudes könnte bei entsprechendem Genehmigungsverlauf voraussichtlich im Frühjahr 2027 begonnen werden.
In einem 3. Bauabschnitt werden nach jetzigen Planungen 12 zweigeschossige frei finanzierte Einfamilienhäuser (rund 100 qm) zum Eigentumserwerb realisiert.
Verbindung zwischen gewachsener Nachbarschaft und neuem Wohnen
Der Weg zum Beginn des Neubauprojektes war voller Herausforderungen. Eine Abwägung des technisch und auch wirtschaftlich Machbarem und die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Standortes hatten am Ende nur die Entscheidung zugelassen, die vorhandenen Gebäude freizuziehen, niederzulegen und anschließend neu zu bauen. Dass dies mit besonderen Hürden für die dort wohnenden Menschen verbunden war, hat Allbau als Investor sehr bewegt. Trotz erwartbaren Widerstandes konnte bis heute mit einer Ausnahme der Freizug der Gebäude abgeschlossen werden. Auf dem Weg dahin wurden Hilfestellungen durch die Allbau GmbH geboten und auch größtenteils angenommen: Die Bewohner*innen sind auch selbst tätig geworden, neuen Wohnraum zu finden. „Die Bestätigung der rechtlichen Zulässigkeit des Vorgehens liegt vor und hat für beide Seiten Klarheit geschafft. Wir sind froh, auch darüber mit den Bewohner*innen zu Verständigungen zur Aufgabe des Mietverhältnisses gekommen zu sein,“ so Dirk Miklikowski.
Die Allbau GmbH hatte sich für „Leither Bogen“ als Markennamen für dieses Neubauprojekt entschieden, da er für Verbindung und Entwicklung steht. „Leither Bogen“ schlägt einen Bogen zwischen der gewachsenen Umgebung und modernem Wohnen. „Es verbindet unterschiedliche Generationen, schafft neue Nachbarschaften und fügt sich harmonisch in das Stadtbild ein. Gleichzeitig symbolisiert der Begriff Verbundenheit zum Stadtteil und unseren qualitativen Anspruch, die das Quartier prägen und den Menschen ein Zuhause mit hoher Lebensqualität bieten sollen,“ so Dirk Miklikowski weiter.
Die Allbau GmbH verspricht sich einiges vom „Leither Bogen“. Dazu gehören sowohl eine nachhaltige Stärkung des Wohnquartiers als auch eine Angebotsanpassung an die vorhandene Wohnungsnachfrage in Leithe. “Wir stellen uns den Herausforderungen an eine nachhaltige Stadtteilentwicklungspolitik, die an vielen Stellen in unserer Stadt auch den Rückbau von Wohnungsbeständen bedeuten muss. Wir werden hier vor Ort zeigen: Er ist kein Verlust, sondern ein Gewinn von Lebensqualität, örtlicher Attraktivität und der Perspektive, einen breit gefächerten Wohnungsmix zu schaffen“, beschreibt Dirk Miklikowski seine Erwartungen vom Neubauprojekt.
