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Grüne Fassaden bessern Stadtklima

Grüne Fassaden bessern Stadtklima

Seit einem Jahr modernisiert die Allbau GmbH in ihrem WesterdorfQuartier in Altenessen und investiert hier rund 17,1 Mio. Euro in 44 Gebäude (Baujahr: 1926-1957) mit 290 Mietwohnungen, 20 Garagen und einem Ladenlokal in Gladbecker Straße, Westerdorfstraße, Peanstraße, Nootstraße, am Ellernplatz und In der Baumschule. Die Arbeiten an der Gladbecker Straße 250-256 sind fast abgeschlossen. Allerdings hat sich Allbau hier noch zu einem besonderen Teilprojekt entschlossen: einer wandgebundenen Fassadenbegrünung als Beitrag zur "Klimaresilienten Region mit internationaler Strahlkraft", einem Projekt der Emschergenossenschaft.

Bodengebundene Begrünungen in Form von frei kletterndem Wein oder Efeu kennt jeder, wandgebundene Fassadenbegrünung hat sich noch nicht überall durchgesetzt. "Noch sind grüne Fassaden hierzulande eine Randerscheinung, trotz der Diskussionen um klimaresiliente Städte und die Vermeidung von Hitzeinseln. Begrünte Fassaden stellen eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel dar", erläutert Allbau-Geschäftsführer Dirk Miklikowski im Rahmen der offiziellen Vorstellung mit Oberbürgermeister Thomas Kufen, dem Vorstandsvorsitzenden der Emschergenossenschaft Prof. Dr. Uli Paetzel und Umwelt-Dezernentin Simone Raskob. Bei der wandgebundenen Fassadenbegrünung stecken alle Pflanzen samt Substrat in Trögen oder Vliesen. Sie werden in einer Gesamtkonstruktion direkt an die Fassade montiert und haben somit keinen Bodenanschluss zum Erdreich am Gebäude. "Neben Kletterpflanzen kommen überwiegend Stauden, Kleingehölze, Gräser und Farne zum Einsatz – an der Gladbecker Straße haben wir uns vor allem für blühende Pflanzen entschieden", so Miklikowski.

Grüne Fassaden regulieren nicht nur das Hausklima positiv, sondern absorbieren und filtern auch gesundheitsschädliche Stickoxide und Feinstaubpartikel. Genau der richtige Standort für die Gladbecker Straße. Davon ist auch Oberbürgermeister Thomas Kufen überzeugt: "Die Gladbecker Straße ist eine der hochfrequentierten Straßen unserer Stadt, an der in der Vergangenheit durch das hohe Verkehrsaufkommen häufig erhöhte Feinstaubwerte gemessen wurden. Dieses Projekt Fassadenbegrünung kann neben den bereits bestehenden Maßnahmen ein weiterer Baustein sein, der dabei hilft, dass die Belastung durch Feinstäube auch weiterhin reduziert wird. Dabei sollte es Pilotcharakter haben und auch an anderen Stellen mit ähnlichen Voraussetzungen umgesetzt werden!" Kein Wunder: Gerade die Konzentrierung von Feinstaubpartikeln führt nach Auffassung vieler Experten zu Krebs, Diabetes, Asthma, Herzinfarkt und weiteren Krankheiten wie Demenzerkrankungen.

Regenwasser gegen Feinstaub

Die wandgebundene Fassadenbegrünung wird an der Gladbecker Straße in drei Bauabschnitten umgesetzt. Nach dem der erste nun realisiert wurde, erfolgen die letzten beiden im Jahr 2021. Neben der optischen Aufwertung profitiert das Umfeld auch klimatisch von der Fassadenbegrünung. Durch die Verdunstung von Wasser und die Schattenbildung wird die Luft gekühlt. Insgesamt sind 180 Quadratmeter begrünte Fläche vorgesehen.

Ein wichtiger Partner bei diesem Teilprojekt ist die Emschergenossenschaft. Das Thema Klimaanpassung steht bei ihr schon immer fest auf der Agenda. Ein Ziel: Sauberes Regenwasser soll, wo immer möglich, nicht mehr in die Kanalisation und zu den Kläranlagen geleitet werden. "Wir müssen lernen, mit den Auswirkungen des Klimawandels umzugehen und Klimaanpassungsmaßnahmen vorantreiben. Das kann man aber nicht alleine schaffen. Deshalb ist die Partnerschaft zwischen Wasser- und Wohnungswirtschaft so wichtig. Hier im WesterdorfQuartier wurde ein weiterer Mosaikstein gelegt, um unsere Vorstellung von einer "Klimaresilienten Region mit internationaler Strahlkraft" mit Taten zu hinterlegen", sagt Prof. Dr. Uli Paetzel. Der regionale Wasserwirtschaftsverband unterstützt zudem eine Doktorarbeit, die die Verdunstungsleistung der Fassadenbegrünung evaluiert.

Die technische Lösung im WesterdorfQuartier der Allbau GmbH besteht in einer an der Fassade fest installierten Tragkonstruktion für die Tröge, die auch die Bewässerungsleitungen aufnimmt. Alle Pflanzen-Boxen der Wandbegrünung werden mit Hilfe eines Tropfbewässerungsschlauches mit Regenwasser versorgt. "Somit wird nicht nur das Abwassersystem entlastet, sondern auch das Regenwasser sinnvoll genutzt", so Prof. Dr. Uli Paetzel. Die gesamte Fassadenbegrünung incl. der zwei weiteren Bauabschnitte kosten der Allbau GmbH ca. 450.000 Euro. Der jetzt umgesetzte Bauabschnitt wird mit 155.000 Euro von Emschergenossenschaft und dem Land NRW gefördert.

Die Mietparteien des WesterdorfQuartiers profitieren ebenfalls und dies nicht nur aus ökologischen Aspekten: Der Allbau nimmt mit diesem Modernisierungsprojekt zusätzlich an dem NRW-Förderprogramm "Besser wohnen zuhause im Quartier" teil. Auf Grund der Förderung des Landes NRW (Darlehenshöhe liegt bei 17,1 Mio. Euro) fallen die Immobilien nach der Modernisierung unter die Mietpreis- und Belegungsbindung für geförderten Wohnungsbau. Die Grundmiete bleibt somit bezahlbar: Sie erhöht sich durchschnittlich moderat von 4,85 Euro auf 5,65 Euro, der hohe energetische Standard senkt wiederum die Heizkosten, die die Erhöhung abfedern.

Hintergrund-Info:

Im Fokus des Projekts ‚Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft‘ stehen Maßnahmen, die alle dem Ziel dienen, bis 2040 mindestens 25 Prozent der befestigten Flächen vom Kanalnetz abzukoppeln und den Verdunstungsgrad bis 2040 um zehn Prozent in der Region zu erhöhen. Die Emschergenossenschaft setzt damit fort, was bereits seit 2004 erfolgreich mit Kooperationen wie der "Zukunftsvereinbarung Regenwasser" sowie der Zukunftsinitiative "Wasser in der Stadt von morgen" begonnen wurde – auch hier arbeiteten das Land, die Kommunen sowie die Emschergenossenschaft zusammen. Das Vorhaben ist mittlerweile deutlich ausgedehnt worden: Mit dabei sind nun auch der Lippeverband, der mit der Emschergenossenschaft unter einem Dach verwaltet wird. Darüber hinaus werden auch der Ruhrverband, die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft, der Niersverband, der Regionalverband Ruhr sowie alle Ruhrgebietsstädte eingebunden.

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  • Dieter Remy
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